Die verschiedenen Pflanzen, die in der Pflanzenfärbung verwendet werden

Wie der Name schon sagt, verwendet die Pflanzenfärbung Pflanzen, um das Haar zu färben. Aber wussten Sie, dass es Dutzende verschiedener Färbepflanzen gibt? Henna, Indigo, Amla, Kurkuma… Ein Überblick über die wirksamsten sowie jene, die wir bei Hairborist bevorzugen.

Das Henna

Das Henna-Molekül stammt von einem dornigen Strauch, der mehrere Meter hoch werden kann. Es wächst in tropischen oder subtropischen Regionen, insbesondere in Afrika, Australasien und Südasien. Seine färbenden Eigenschaften werden verwendet, um Haare, aber auch Haut und Stoffe zu färben.

Wahre Star der Pflanzenfärbung, ist Henna unverzichtbar für den Erfolg einer natürlichen Färbung: Sobald es zu Pulver verarbeitet und in der Sonne getrocknet ist, haben seine Farbpigmente die Fähigkeit, sich dauerhaft an die Haarfaser zu binden. Das Lawsonia Inermis, wie es wissenschaftlich heißt, hat daher eine sehr gute Haltbarkeit und bietet eine außergewöhnliche Deckkraft: Dank ihm heißt es Adieu graue Haare!

Wir könnten die Wirkung von Henna so zusammenfassen: Es lagert sich um die Kutikula und verleiht ihr warme Reflexe von golden bis intensiv rot. Wenn dies dem gewünschten Ergebnis entspricht, kann man reines Henna verwenden. Möchte man jedoch neutralere oder dunklere Töne (Braun, Schwarz…), kommen andere Färbepflanzen als Ergänzung hinzu. Henna spielt hier die Rolle des Haftgrunds: Henna bindet sich am Haar, während die anderen Pflanzen sich auf dem Henna absetzen, um es zu neutralisieren oder zu verdunkeln. Teamarbeit!

Die Krappwurzel (Garance)

Die Krappwurzel wird hauptsächlich in Indien angebaut und ihre Färbekraft liegt in den Wurzeln. Wie Henna kann sie sich am Haar festsetzen und nicht mehr ablösen. Ihre Pigmentierung ist jedoch weniger stark als die des Hennas; ihre Verwendung ist daher eher für Personen mit Allergien gegen Henna vorgesehen.

Der Indigo

Die große Familie der Indigopflanzen (etwa 350 Arten in allen warmen Regionen der Erde) liefert zahlreiche Färbepflanzen. Wahrscheinlich ursprünglich aus Indien, kommt er vor allem in tropischem Asien in freier Natur vor, wird heute aber weltweit angebaut, was eine Vielfalt an Indigo-Arten ermöglicht, sogar innerhalb derselben Familie.

Hier interessieren uns die Blätter der Pflanze: Nur dieser Teil enthält Indican, das an der Luft zu Indigotin, einem blauen Naturfarbstoff, wird. Somit besitzen nur Indigoblätter färbende Eigenschaften.

Indigo bietet eine Farbpalette von Braun bis Schwarz. Man kann ihn jedoch nicht alleine verwenden, aus zwei Gründen:

  • seine bläulichen Untertöne wären unschön und erzeugten falsche Reflexe,
  • er hat nicht die Fähigkeit, sich dauerhaft an die Haarfaser zu binden.

Hier kommt also wieder das Henna ins Spiel: In Kombination mit Indigo entsteht eine zeitlich stabile Mischung, neutraler und/oder dunkler, je nach der hergestellten „Rezeptur“.

Gewürze und Rinden

Henna und Indigo bilden die Basis der Pflanzenfärbung und können für sich allein ausreichen. Um jedoch noch weiter in Reflexen und Deckkraft zu gehen, können sie mit Gewürzen oder Rinden ergänzt werden, die ebenfalls zu Pulver verarbeitet werden.

Einige von ihnen haben eine intensive Farbe, die die Färbung unterstützt. So z. B. die Kombination Henna-Kurkuma für das Haar: Ein goldenes Henna mit blonden Untertönen wird durch Kurkuma, ein Gewürz mit intensiv gelber Farbe, verstärkt. Diese Pflanze stammt hauptsächlich aus Indien, China und Indonesien, und es sind ihre Wurzeln, die zur Färbung verwendet werden. Kurkuma ist eine Färbepflanze erster Wahl, die sich besonders leicht am Haar festsetzt und sehr leuchtende Nuancen verleiht. Allein verwendet, würde Kurkuma natürlich eine zu grelle Farbe ergeben, aber in Kombination mit Henna verstärkt es dessen Wirkung und macht sie noch wirksamer.

Henna und Kurkuma auf dem Haar = starkes Duo für Blondtöne!

Ayurvedische Pflanzen

Das Ayurveda ist ein indisches System der traditionellen Medizin, das von der Weltgesundheitsorganisation anerkannt ist. Diese uralte Praxis stützt sich auf Pflanzen, um ein harmonisches Gleichgewicht zwischen Körper und Geist wiederherzustellen. Popularisiert durch Stressbewältigungspraktiken wie Yoga und Meditation, ist Ayurveda ein wertvoller Verbündeter für die tägliche Selbstfürsorge.

So ergänzen wir unser Henna manchmal mit Amla, einer außergewöhnlichen ayurvedischen Pflanze. Amla hat keine direkte Färbekraft, verstärkt aber die Farbe von braunem und schwarzem Haar sowie die Haltbarkeit von Indigo. Darüber hinaus besitzt es außergewöhnliche pflegende Eigenschaften: Henna mit Amla ist ein starker Regenerator, der die Haarwurzeln stimuliert, das Haarwachstum fördert und den Haarausfall verlangsamt. Reich an Antioxidantien, erhält Amla die Jugend und Vitalität des Haares.

Unter den anderen ayurvedischen Pflanzen, die wir in unseren Pflanzenfärbungen verwenden, nennen wir Shikakaï, Brahmi und Akazie Catechu: Jede hat besondere Eigenschaften und wertet das Haar auf.

Henna-Indigo, Henna-Amla, Henna-Kurkuma… Sie haben es verstanden: die Möglichkeiten der Kombination von Pflanzen sind zahlreich. Genau das macht die Schönheit und Kraft der Pflanzenfärbung aus: Es gibt Hunderte von Kombinationen, die sich perfekt an Ihr Haar anpassen und Ihre Wünsche gezielt erfüllen.

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